Tierlexikon

Schädlinge erkennen, verstehen und richtig handeln. Unser Lexikon mit 24 Tieren — von der Ratte bis zur geschützten Biene.

Ganzjährig im Einsatz

Diese Schädlinge treten das ganze Jahr über auf

Ratten
180–250 mm

Ratten

Ratten leben in Gruppen von bis zu 60 Tieren und sind ernsthafte Krankheitsüberträger. Rattenbefall ist in Hamburg meldepflichtig.

Alter
2–3 Jahre
Nahrung
Allesfresser — Getreide, Fleisch, Abfälle, Obst
Vermehrung
3–6 Würfe/Jahr, ca. 8 Junge pro Wurf
Besonderheit
Können bis zu 1,5 m hoch springen und durch 2 cm große Öffnungen schlüpfen
Mäuse
60–100 mm

Mäuse

Mäuse vermehren sich rasant und verursachen erhebliche Hygiene- und Materialschäden.

Alter
1–2 Jahre
Nahrung
Getreide, Samen, Nüsse, Schokolade
Vermehrung
7–8 Würfe/Jahr, 4–16 Junge pro Wurf
Besonderheit
Können durch 6 mm schmale Spalten schlüpfen und senkrecht Wände hochklettern
Bettwanzen
4–6 mm

Bettwanzen

Bettwanzen sind nachtaktive Parasiten. Ihre Stiche verursachen stark juckenden Ausschlag.

Alter
6–12 Monate
Nahrung
Ausschließlich Blut — bevorzugt menschliches
Vermehrung
3–5 Eier/Tag, 250–300 Eier im Leben
Besonderheit
Können bis zu 12 Monate ohne Nahrung überleben und werden durch CO₂ angelockt
Schaben
12–15 mm

Schaben

Schaben sind gefährliche Krankheitsüberträger. In der Gastronomie führt Befall zu sofortiger Betriebsschließung.

Alter
3–6 Monate
Nahrung
Allesfresser — Essensreste, Papier, Leder, Seife
Vermehrung
12 Eipakete/Jahr, je 35–40 Nachkommen
Besonderheit
Können 3 Wochen ohne Kopf überleben und gehören zu den ältesten Insekten der Erde (300 Mio. Jahre)
Motten
4–9 mm

Motten

Mottenlarven befallen Vorräte wie Nüsse, Schokolade, Getreide. Befallene Vorräte sind nicht mehr verzehrbar.

Alter
2–4 Wochen (Falter)
Nahrung
Nüsse, Schokolade, Getreide, Trockenobst
Vermehrung
200–400 Eier, Entwicklung Ei→Falter in 32–38 Tagen
Besonderheit
Nicht die Falter, sondern die Larven verursachen den Schaden — sie verspinnen Lebensmittel
Ameisen
2,5–4 mm

Ameisen

Ameisen befallen Vorräte in großen Mengen und bilden Ameisenstraßen. Ältere Kolonien umfassen mehrere 10.000 Arbeiterinnen.

Alter
1–2 Jahre (Arbeiterin), bis 25 Jahre (Königin)
Nahrung
Süße Substanzen, Honigtau, Insekten, Essensreste
Vermehrung
Königin legt kontinuierlich Eier, Kolonie wächst über Jahre
Besonderheit
Können das 50-fache ihres Körpergewichts tragen und kommunizieren über Pheromone
Kugelkäfer
2–3 mm

Kugelkäfer

Nachtaktive Hygiene- und Materialschädlinge, häufig in Altbauten nach Renovierungen.

Alter
1–2 Jahre
Nahrung
Organisches Material, Schimmelpilze, Getreidereste
Vermehrung
Ganzjährig, optimal bei 20–35 °C
Besonderheit
Treten oft massenhaft nach Altbau-Renovierungen auf — zeigen Feuchtigkeitsprobleme an
Silberfischchen
6–11 mm

Silberfischchen

Silberfischchen verursachen keine nennenswerten Schäden, deuten aber auf Feuchtigkeitsprobleme hin.

Alter
2–8 Jahre
Nahrung
Stärke, Zucker, Kleister, Bucheinbände, Tapeten
Vermehrung
Ca. 70 Eier im Leben, in feuchte Ritzen gelegt
Besonderheit
Urzeitinsekt — existiert seit über 300 Mio. Jahren. Auch „Zuckergast" genannt
Taubenzecken
4–10 mm

Taubenzecken

Taubenzecken können Menschen stechen und allergische Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock auslösen.

Alter
Bis zu 9 Jahre
Nahrung
Blut — bevorzugt von Tauben, ersatzweise Menschen
Vermehrung
Mehrere hundert Eier im Leben, in Ritzen nahe Nistplätzen
Besonderheit
Können jahrelang ohne Blutmahlzeit überleben und wandern nach Taubenabwehr in Wohnungen ein
Speckkäfer Speckkäfer Larve
7–10 mm

Speckkäfer

Speckkäfer-Larven fressen tierische Produkte wie Felle, Wolle, Federn und Trockenfleisch. Häufiger Materialschädling in Haushalten und Museen.

Alter
2–5 Monate (Käfer), bis 1 Jahr (Larve)
Nahrung
Felle, Wolle, Federn, Trockenfleisch, Tierfutter
Vermehrung
100–200 Eier an Nahrungsquellen, 5–6 Häutungen
Besonderheit
Larven bohren sich zur Verpuppung in Holz und Dämmmaterial — in Museen gefürchteter Sammlungsschädling
Wollkrautblütenkäfer Wollkrautblütenkäfer Larve
1,7–3,5 mm

Wollkrautblütenkäfer

Auch „Museumskäfer" genannt. Larven zerstören Textilien, Pelze, Teppiche und biologische Sammlungen. Einer der häufigsten Materialschädlinge.

Alter
1–3 Jahre (Larve), wenige Wochen (Käfer)
Nahrung
Wolle, Seide, Pelze, Federn, Teppiche
Vermehrung
Ca. 40 Eier in Ritzen, Larvenentwicklung 1–3 Jahre
Besonderheit
Auch „Museumskäfer" — zerstört Insektensammlungen und Herbarien. Käfer selbst sind harmlose Blütenbesucher
Teppichkäfer Teppichkäfer Larve
3–5 mm

Teppichkäfer

Teppichkäfer-Larven zerstören Wollteppiche, Pelze und Textilien. Einer der häufigsten Materialschädlinge in deutschen Haushalten.

Alter
2–4 Wochen (Käfer), bis 1 Jahr (Larve)
Nahrung
Teppiche, Wolle, Pelze, Federn, Tierpräparate
Vermehrung
20–100 Eier in dunklen Ritzen, Larvenentwicklung 9–12 Monate
Besonderheit
Eng verwandt mit dem Wollkrautblütenkäfer — Larven (Wollbären) sind die eigentlichen Schädlinge, nicht die Käfer
Fruchtfliege
2–4 mm

Fruchtfliege

Fruchtfliegen vermehren sich explosionsartig. Wenige Exemplare werden innerhalb von Tagen zu Hunderten — überall dort, wo Obst offen steht.

Alter
8–14 Tage
Nahrung
Überreifes Obst, Fruchtsäfte, Essig, Gärendes
Vermehrung
Bis 400 Eier pro Weibchen, auf faulende Früchte
Besonderheit
Von der Frucht bis zur fliegenden Fliege in nur 10 Tagen — darum explodieren Populationen im Sommer
Trauermücke
2–5 mm

Trauermücke

Trauermücken schwirren in Schwärmen um Zimmerpflanzen. Ihre Larven fressen Wurzeln und schwächen die Pflanzen.

Alter
Ca. 5–7 Tage (adult)
Nahrung
Larven: Pilze, Wurzeln, organisches Material in Blumenerde
Vermehrung
50–200 Eier pro Weibchen, in feuchte Erde
Besonderheit
Kein Beiß- oder Stechinsekt — Larven schädigen aber Zimmerpflanzen-Wurzeln. Feuchte Blumenerde ist Hauptursache
Abortfliege (Schmetterlingsmücke)
2–5 mm

Abortfliege (Schmetterlingsmücke)

Abortfliegen (Schmetterlingsmücken) deuten auf verschmutzte Abflüsse hin. Sie vermehren sich im organischen Belag von Rohrleitungen.

Alter
Ca. 2 Wochen
Nahrung
Organische Ablagerungen in Abflüssen und Rohren
Vermehrung
30–100 Eier in Abfluss-Biofilme, Entwicklung 8–24 Tage
Besonderheit
Zeigen verschmutzte Abflüsse oder defekte Rohre an — die Ursache beseitigen ist wichtiger als die Fliegen selbst

Saisonal — Frühling bis Herbst

Besonders aktiv in den wärmeren Monaten

Eichenprozessionsspinner
25–32 mm (Raupe)

Eichenprozessionsspinner

Raupen bilden Gespinstnester an Eichen. Ihre Brennhaare lösen schwere allergische Reaktionen aus — Gefahr für Menschen und Tiere.

Alter
Ca. 1 Jahr (gesamter Zyklus)
Nahrung
Ausschließlich Eichenblätter
Vermehrung
100–200 Eier pro Gelege, an dünnen Eichenzweigen
Besonderheit
Raupen wandern in typischen „Prozessionen" hintereinander — daher der Name. Brennhaare bleiben jahrelang aktiv
Wespen
12–20 mm

Wespen

Kolonien erreichen 3.000–5.000 Tiere. Wespenstiche können bei Allergikern lebensbedrohlich sein.

Alter
12–22 Tage (Arbeiterin), 1 Jahr (Königin)
Nahrung
Nektar, Obst, Fleisch, süße Getränke
Vermehrung
Königin legt im Frühjahr, Kolonie erreicht 3.000–5.000 Tiere
Besonderheit
Nur 2 von 8 heimischen Arten (Deutsche und Gemeine Wespe) werden Menschen lästig
Tauben
31–34 cm

Tauben

Stadttauben verursachen erhebliche Verschmutzung und Gebäudeschäden durch säurehaltigen Kot.

Alter
3–5 Jahre (Stadt), bis 15 Jahre
Nahrung
Samen, Getreide, Brot, Essensreste
Vermehrung
2–4 Bruten/Jahr (März–Sept.), je 2 Eier pro Gelege
Besonderheit
Stadttauben produzieren ca. 12 kg Kot pro Jahr — der Kot ist so säurehaltig, dass er Sandstein zersetzt
Buchsbaumzünsler Buchsbaumzünsler Larve
40–45 mm (Spannweite)

Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaumzünsler frisst ganze Buchshecken kahl. Invasive Art aus Ostasien — seit 2007 in Deutschland, inzwischen in ganz Hamburg verbreitet.

Alter
Ca. 8 Tage (Falter)
Nahrung
Ausschließlich Buchsbaum (Buxus)
Vermehrung
2–3 Generationen/Jahr, bis 150 Eier pro Gelege an Blattunterseiten
Besonderheit
Invasive Art aus Ostasien — seit 2007 in Europa. Kann ganze Buchshecken innerhalb weniger Wochen kahl fressen

Invasive Arten

Meldepflicht

Gebietsfremde Arten mit Meldepflicht — Bekämpfung nur durch autorisierte Stellen

Meldepflicht
Asiatische Hornisse
17–32 mm

Asiatische Hornisse

Invasive Art — seit 2023 in Hamburg nachgewiesen. Meldepflicht! Gefahr für Honigbienen. Nester NICHT selbst entfernen.

Alter
1 Jahr (Königin), wenige Monate (Arbeiterin)
Nahrung
Honigbienen, andere Insekten, reifes Obst
Vermehrung
Königin gründet im Frühjahr, Kolonie bis 6.000 Tiere im Herbst
Besonderheit
Seit 2023 in Hamburg nachgewiesen — jagt gezielt vor Bienenstöcken. Nester bis über 1 m Durchmesser
Steckbrief & Meldepflicht →
Meldepflicht
Orientalische Hornisse
25–35 mm

Orientalische Hornisse

NEU in Norddeutschland! Orientalische Hornisse breitet sich seit 2024 durch den Klimawandel aus. Meldepflicht — Gefahr für Honigbienen.

Alter
1 Jahr (Königin), wenige Monate (Arbeiterin)
Nahrung
Honigbienen, Wespen, Obst, Aas, Abfälle
Vermehrung
Königin gründet im Frühjahr, Kolonie erreicht bis 1.000 Tiere
Besonderheit
Einzige Hornisse die Solarenergie nutzt — gelbes Pigment (Xanthopterin) wandelt Sonnenlicht in Strom um. Klimawandel-Profiteur!
Steckbrief & Meldepflicht →

Artenschutz

Geschützt

Diese Tiere stehen unter Artenschutz — Bekämpfung ist verboten oder nur mit Genehmigung erlaubt

Geschützt
Hornissen
18–25 mm

Hornissen

Strenger Artenschutz — Bekämpfung verboten. Nur Umsiedlung mit Genehmigung der Naturschutzbehörde.

Alter
3–4 Wochen (Arbeiterin), 1 Jahr (Königin)
Nahrung
Fliegen, Wespen, Baumharz, Fallobst
Vermehrung
Königin gründet jedes Frühjahr neue Kolonie
Besonderheit
Friedfertiger als Wespen — fliegen auch nachts und werden von Lichtquellen angezogen
Steckbrief & Artenschutz →
Geschützt
Schwalben
Ca. 13–20 cm

Schwalben

Strenger Artenschutz — Bekämpfung und Nestentfernung verboten. Schwalben sind äußerst nützliche Insektenvertilger.

Alter
2–5 Jahre
Nahrung
Fluginsekten — Mücken, Fliegen, Blattläuse
Vermehrung
2 Bruten/Jahr (April–Aug.), 3–7 Eier pro Gelege
Besonderheit
Vertilgen täglich bis zu 2.000 Insekten — einer der nützlichsten Singvögel Europas
Steckbrief & Artenschutz →
Geschützt
Bienen
10–15 mm

Bienen

Artenschutz — Bienen dürfen grundsätzlich NICHT bekämpft werden. Wichtige Bestäuber unter besonderem Schutz.

Alter
6 Wochen (Arbeiterin Sommer), bis 5 Jahre (Königin)
Nahrung
Nektar und Pollen
Vermehrung
Königin legt bis zu 2.000 Eier/Tag
Besonderheit
Bestäuben ca. 80 % aller Nutzpflanzen — ein Bienenvolk fliegt für 1 kg Honig rund 150.000 km
Steckbrief & Artenschutz →

Häufige Fragen

Welche Schädlinge gibt es in Hamburg?

In Hamburg treten ganzjährig Ratten, Mäuse, Bettwanzen, Schaben, Motten, Ameisen, Kugelkäfer, Silberfischchen und Taubenzecken auf. Saisonal kommen Wespen und Tauben hinzu. Hornissen, Schwalben und Bienen stehen unter Artenschutz.

Welche Tiere stehen unter Artenschutz?

Hornissen, Schwalben und Bienen stehen unter strengem Artenschutz. Ihre Bekämpfung ist verboten. Kleefeld Hamburg berät zu legalen Maßnahmen und vermittelt bei Bedarf Umsiedlungen über die Naturschutzbehörde.

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